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Ihr Schlauchhersteller

Allgemeines zu ATEX

Die Bezeichnung ATEX leitet sich aus der französischen Abkürzung für Atmosphères Explosibles ab. Sie umfasst 2 Richtlinien auf dem Gebiet des Explosionsschutzes auf europäischer Ebene:  die ATEX-Produktrichtlinie 94/9/EG (gültig bis 20.04.2016) bzw. die  Richtlinie 2014/34/EU (gültig ab 20.04.2016) und die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG.

Die Betriebsrichtline 1999/92/EG definiert die Mindestvorschriften zur Verbesserung der Gesundheit und der Sicherheit von Arbeitnehmern, die durch eplosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können.

Die Produktrichtlinie 2014/34/EU enthält Vorschriften zur Verwendung von Geräten und Schutzsystemen in explosionsgefährdeten Bereichen. Seit Juni 2003 dürfen nur solche Geräte, Komponenten und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, die der ATEX-Produktrichtinie entsprechen. Mit dieser Richtlinie sollen Personen geschützt werden, die in explosionsgefährdeten Bereichen tätig sind oder von Explosionen betroffen sein können.

ATEX-Produktrichtlinie 2014/34/EU

Neben Begriffsdefinitionen beinhaltet die Produktrichtlinie auch Festlegungen zu Geräte-, Stoffgruppen und Zonen, um so die unterschiedlichen explosionsgefährdeten Bereiche und Situationen zu klassifizieren.

Die Richtlinie unterscheidet hier grundsätzlich zwischen Geräte, die zur Verwendung im Bergbau, Übertage- und Untertagebetrieb verwendet werden (Gerätekategorie I) und Geräte, die in allen anderen explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden (Gerätekategorie II).

In der Gerätekategorie II teilt die ATEX-Produktrichtlinie die Art der explosionsfähigen Atmosphäre in  folgende Gruppen ein:
"G" für ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln
"D" für eine Wolke aus in der Luft enthaltenen brennbaren Staub

Darüber hinaus teilt die Produktrichtlinie die explosionsfähigen Bereiche grundsätzlich in folgende Zonen ein:

  • Bereiche, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist
  • Bereiche, in denen bei Normalbetrieb sich gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre bilden kann
  • Bereiche, in denen bei Normalbetrieb eine explosionsfähige Atmosphäre nicht oder nur kurzzeitig auftritt


Unter Einbeziehung der Gruppen und Bereiche ergeben sich für die Gerätekategorie II (alle anderen  explosionsgefährdeten Bereichen, mit Ausnahme des Berbaus) folgende Zonen, die in einer Matrix dargestellt werden können:

Gruppe "G"

als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln

Zone 0

…ist ein Bereich, in dem  gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist

Zone 1

…ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann

Zone 2

…ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auftreten kann

Gruppe "D"

in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenen Staub

Zone 20

…ist ein Bereich, in dem  gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist

Zone 21

ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann

Zone 22

ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auftreten kann

Für die Einteilung der Zonen werden Parameter wie Explosionsgrenzen, freisetzbare Stoffmengen, Volumenstrom der Lüftungsmaßnahmen sowie ggf. eingesetzte Überwachungseinrichtungen verwendet.

TRBS 2153

Im Rahmen der "Harmonisierung des Europäischen Marktes" wurde die ATEX auf dem Weg gebracht, um die teilweise sehr stark differierenden nationalen Vorschriften zu vereinheitlichen und damit einen freien und ungehinderten Warenverkehr zu gewährleisten.

Die Umsetzung der ATEX-Richtlinien erfolgt in jedem europäischen Mitgliedsstaat in eigenen nationalen Gesetzen und Verordnungen. Auf deutscher Ebene erfolgte dies durch die Explosionsschutzverordnung (11.ProdSV) sowie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Hieraus leitet sich die TRBS ab (Technische Regeln für Betriebssicherheit).

Die TRBS geben generell den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Hygiene ensprechende Regeln und sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für

  • die Bereitstellung von Arbeitsmitteln,
  • die Benutzung von Arbeitsmitteln sowie
  • den Betrieb von überwachtungsbedürfte Anlagen wieder.

Die ehemals berufsgenossenschafliche Regel BGR 132 wurde im Jahr 2009 in die TRBS aufgenommen und findet sich in der TRBS 2153 wieder. Sie gehört zu den gefährdungsbezogenen Regeln und umfasst die Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen.

Leitfähige / ableitfähige Schläuche in der TRBS 2153

Im Register 2 der TRBS 2153 werden detailliert Begriffe definiert. Demnach zählen Schläuche zu Gegenstände oder Einrichtungen, die aus Materialien (also Werkstoffen) gefertigt werden und in der Regel mit Stoffen (Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe) in Kontakt stehen (siehe hierzu 2.3 TRBS 2153).

Weiterhin wird im Register 2 der TRBS 2153 festgelegt, wann ein Stoff oder Material als leitfähig, ableitfähig oder isolierend bezeichnet werden kann. Da Schläuche zu Gegenstände oder Einrichtungen gehören, die aus Materialien gefertigt werden, gelten die Definitionen bzgl. der Leitfähigkeit/Ableitfähigkeit auch für Schläuche.

Gemäß TRBS 2153 gelten für Schläuche folgende Bestimmungen (siehe TRBS 2153 2.10 ff):

  • ein Schlauch ist leitfähig mit einem Oberflächenwiderstand ≤ 104 Ohm
  • ein Schlauch ist ableitfähig mit einem Oberflächenwiderstand zwischen 104 Ohm und 109 Ohm
  • ein Schlauch ist isolierend, wenn der Schlauch weder leitfähig noch ableitfähig ist


Der Oberfächenwiderstand RO ist der elektrische Widerstand gemessen auf der Oberfläche des Gegenstandes (hier: Schlauches). Er wird zwischen zwei parallelen Elektroden geringer Breite und jeweils 100 mm Länge, die 10 mm auseinander liegen und mit der zu messenden Oberfläche Kontakt haben, gemessen (siehe TRBS 2153 2.6)
Im Register 2.10 bis 2.13 wird darauf hingewiesen, dass es für Flüssigkeiten, Schüttgüter und bestimmte Gegenstände spezielle Festlegungen bzgl. der Grenzwerte gibt, die in den entsprechenden Abschnitten der TRBS 2153 explizit erläutert werden.

So werden z.B. beim Umgang mit Flüssigkeiten die Grenzwerte für Schläuche wie folgt festgelegt (siehe TRBS 2153 4.9.4):

  • als leitfähiger Schlauch gilt ein Schlauch mit einem Widerstand < 103 Ohm/m
  • als ableitfähiger Schlauch gilt ein Schlauch mit einem Widerstand von mehr als 103 Ohm/m und weniger als 106 Ohm/m
  • als isolierender Schlauch gilt ein Schlauch mit einem Widerstand von mehr als 106 Ohm/m

Beim Umgang mit gasförmigen Stoffen empfiehlt die TRBS 2153 grundsätzlich die Verwendung von leitfähigen Schläuche, wenn im Gasstrom auch Festoffpartikel enthalten sind (siehe TRBS 2153 5.0 Ziffer 1 und 3). Darüber listet die TRBS einige besondere Gefahrenbereiche explizit auf und gibt auch hier Empfehlungen für die Verwendung von leitfähigen Schläuchen, wie z.B. bei Sandstrahlarbeiten (siehe TRBS 2153 5.1). Staubsauger oder Staubsauganlagen sollen ebenfalls aus leitfähigen oder ableitfähigen Schläuche bestehen (siehe TRBS 2153 5.7). Abluftsysteme sind in explosionsgefährdeten Bereichen so zu betreiben, dass sie sich nicht gefährlich aufladen können (siehe TRBS 2153 5.6).

Beim Umgang mit Schüttgütern empfiehlt die TRBS 2153 zunächst die Beurteilung der Zündempfindlichkeit des jeweiligen Schüttgutes mit Hilfe der Mindestzündenergie (MZE). Als Schüttgüter bezeichnet die TRBS feinen Staub, Gries, Granulate bis hin zu Spänen. Dabei wird darauf hingewiesen, dass mit zunehmender Korngröße und geringerer Mindestzündernergie die Zündempfindlichkeit von Schüttgütern ansteigt (siehe TRBS 2153 Register 6)

Ferner werden die Schüttgüter nach ihrem spezifischen Widerstand p (ist der elektrische Widerstand eines Stoffes oder Materials gemessen an einer Probe der Einheitslänge und der Einheitsquerschnittsfläche) in 3 Gruppen (siehe TRBS 2153 Register 6 Ziffer 4):

  • niedriger spezifischer Widerstand:        p ≤ 106 Ωm
  • mittlerer spezifischer Widerstand:    106 Ωm  < p ≤ 1010 Ωm
  • hoher spezifischer Widerstand:            1010 Ωm < p


Anhand des spezischen Widerstandes bzw. seiner Gruppen erläutert die TRBS 2153 in Register 6 die zu ergreifenden Maßnahmen zur Vermeidung von elektrostatischen Aufladungen (z.B. Register 6.2.4 oder 6.3.1 und 6.3.2).

Ferner erläutert die TRBS anhand von Fallbeispielen die Verwendung von Schläuchen beim Transport von brennbaren und nicht brennbaren Schüttgütern (siehe Register 6.2.1 ff):

Beispiel 8a: Schläuche zum pneumatischen Transport nicht brennbarer Schüttgüter durch Zone 1, die verursacht ist durch Stoffe der  Explosionsgruppe IIA und IIB

(Quelle TRBS 2153 Register 6.2.1 ff)

Beispiel 8b: Schläuche zum pneumatischen Transport brennbarer Schüttgüter

(Quelle TRBS 2153 Register 6.2.1 ff)

Beispiel 9: pneumatische Förderung brennbarer Schüttgüter

(Quelle TRBS 2153 Register 6.2.1 ff)

Zusammenfassung

Die TRBS 2153 enthält keine konkreten Vorschriften darüber, wann in explosionsgefährdeten Bereichen welcher Schlauchtyp (leitfähig, ableitfähig oder isolierend) eingesetzt werden soll bzw. muss.

Es werden primär nur Empfehlungen und Hinweise gegeben, selten jedoch konkrete Maßnahme bzgl. des Einsatzes von Schläuchen beschrieben. Es obliegt dem jeweiligen Betreiber /Anwender im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Situation bzgl. der Entstehung elektrostatischer Aufladungen beim Umgang mit Flüssigkeiten, Gase und Schüttgütern einzuschätzen. 

Die nachfolgende Matrix soll helfen, leitfähige und ableitfähige Schläuche den jeweiligen Zonen und Stoffen zuzuordnen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass diese Matrix nicht der Vollständigkeit oder Richtigkeit unterliegt. Jeder Betreiber oder Anwender ist für die Einschätzung des explosionsgefährdeten Bereichs selber zuständig und verantwortlich. Dies gilt auch für die Auswahl des geeigeneten Schlauches.

Gruppe G

mögliche foxiflex Schlauchtypen (unter Vorbehalt)

Zone 0

elektrisch leitfähige Schläuche wie zum Beispiel

  • foxiGarant PUR SL-EL
  • foxiGarant PUR L-EL
  • foxiGarant PUR H-EL
  • foxiGarant PE SL-EL
  • foxiGarant PE L-EL
  • foxiMulti PTFE-EL
  • foxiMulti PTFE-H-EL

Zone 1

alle foxiflex Schläuche mit einer Metallspirale oder Metalllitze, die an beiden Enden geerdet wird
wie zum Beispiel

  • foxiMulti PTFE
  • foxiMulti T 400
  • foxiMulti Neopren
  • foxiMulti PUR
  • foxiMulti PVC Weld
  • foxiVulca Neo 1
  • foxiVulca Neo 2
  • foxiVulca Sil 1
  • foxiVulca Sil 2
  • foxiBase PUR SL-ECO

Zone 2

alle foxiflex Schläuche

Gruppe D

mögliche foxiflex Schlauchtypen (unter Vorbehalt)

Zone 20

elektrisch leitfähige Schläuche wie z.B. (Oberflächenwiderstand <= 10 hoch 3 Ohm bzw. < 10 hoch 6 Ohm)

  • foxiGarant PUR SL-EL
  • foxiGarant PUR L-EL
  • foxiGarant PUR H-EL
  • foxiGarant PE SL-EL
  • foxiGarant PE L-EL
  • foxiMulti PTFE-EL
  • foxiMulti PTFE-H-EL

oder
ableitfähige Schläuche
wie z.B. (Oberflächenwiderstand < 10 hoch 9 Ohm)

  • foxiGarant PUR SL-SE
  • foxiGarant PUR L-SE
  • foxiGarant PUR H-SE
  • foxiGarant PUR L
  • foxiGarant PUR H
  • foxiGarant PUR XL
  • foxiGarant PUR XXL
  • foxiPremium PUR SL
  • foxiPremium PUR L
  • foxiPremium PUR H
  • foxiPremium PUR XL
  • foxiPremium PUR XXL

Zone 21

alle foxiflex Schläuche mit einer Metallspirale oder Metalllitze, die an beiden Enden geerdet wird
z.B.

  • foxiMulti PTFE
  • foxiMulti T 400
  • foxiMulti Neopren
  • foxiMulti PUR
  • foxiMulti PVC Weld
  • foxiVulca Neo 1
  • foxiVulca Neo 2
  • foxiVulca Sil 1
  • foxiVulca Sil 2
  • foxiBase PUR SL-ECO
(Schläuche aus Zone 1)

Zone 22

alle foxiflex Schläuche

Bei der o.g. Darstellung bitten wir zu berücksichtigen, dass Vorschriften und Regeln häufig einer ständigen Veränderung unterliegen. Als Hersteller sind wir bemüht, unsere Daten immer auf den aktuellsten Stand zu halten, dennoch kann es passieren, dass technische Informationen nicht zeitnah angepasst werden. Daher obliegt es jedem Anwender die Einsetzbarkeit unserer Produkte im Rahmen einer Gefährungsbeurteilung selber zu klären. Gerne unterstüzten wir Sie hierbei.  ATEX-Zertifkat / Werksbescheinigung

Immer wieder werden wir seitens unserer Kunden nach einem sogenannten "ATEX-Zertifikat" für Schläuche gefragt, um die Einsetzbarkeit der Produkte zu bestätigen.

In den ATEX –Richtlinien wird eindeutig darauf hingewiesen, dass Schläuche nur eine Komponente an einer Anlage/Maschine sind und somit keiner Konformitätsbewertung unterliegen. Als Hersteller stellen wir daher eine Werksbescheinigung nach EN 10204-2.1 aus, welche Auskunft über die für den Explosionsschutz notwendige Produkteigenschaften gibt.